Mordssachsen
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Netzschkauer Schüler löchern Kriminalisten

Netzschkau. 140 Schüler und Lehrer der Mittelschule Netzschkau haben am Montag die Gelegenheit genutzt, sich im Infomobil des Landeskriminalamtes Sachsen auf dem Schlossplatz zu informieren. Kriminalhauptkommissar Matthias König und Polizeihauptkommissar Michael Hendel vom Regionalteam Plauen der Polizeidirektion Südwestsachsen beantworteten zahlreichen Fragen der Schüler. Dabei ging es um Mobbing in der Schule, um Verhalten in Gefahrensituationen, um Rechtsradikalismus, um Sexualstraftaten oder Gewalt. König lobte die gute Vorbereitung der Mittelschule. Ihn begeisterte die Aufgeschlossenheit der Schüler. Eine zentrale Rolle spielte dabei ein Vorfall in der vergangenen Woche, bei dem eine Grundschülerin von einem Fremden angesprochen und zum Mitkommen aufgefordert worden war. „Das Mädchen hat richtig reagiert, ist weggegangen und hat die Schulleiterin informiert", so der Kommissar. Daraufhin wurden die Netzschkauer Grundschüler zum Verhalten in derartigen Situationen belehrt.

Freie Presse 20.06.2007 (Text: Petra Steps)



Mords-Spektakel im Schloss

Krimigeschichten vom Keller bis zum Dach

Netzschkau. Wer sich am Samstagabend auf Schloss Netzschkau traute, der brauchte schon starke Nerven und durfte sich nicht wundem, wenn ihm lebendige Leichen, mit Kopfschuss, Schere in der Brust oder den Spuren der Strangulation, über den Weg liefen. Diese authentische Darstellung und das thematisch geschmückte Schloss gehörten zur einer Veranstaltung, die im Rahmen der 2. Ostdeutschen Krimitage gestaltet wurde. Gleich neun Autorinnen und Autoren lasen teilweise aus der Anthologie „Mordssachsen", aus ihren eigenen Büchern und ermittelten quasi gleichzeitig vom Keller bis zum Fechtboden in verschiedenen Kriminalfällen. Ihnen zur Seite stand ein kleiner, pfiffiger Sherlock Holmes, der mit seinem scharfsinnigen Verstand die Ermittlungen verfolgte. Claudia Puhlfürst stellte ihren neuesten Krimi „Rachegöttin" vor: „In dem Buch baut meine Täterin einen selbst gebastelten elektrischen Stuhl mit einem Notstromaggregat." In dem Saal, wo sie las, wurde genau diese Kulisse ansatzweise nachgebaut.

Zum Abschluss des Abends gab es mörderisches Kabarett mit Steffen Mohr. Das mörderische Ende der 2. Ostdeutschen Krimitage läuft am 30. Juni, 20 Uhr, im Daetz-Centrum Lichtenstein. Die Erfahrungen der ersten Staffel haben die Organisatoren in diesem Jahr ins Konzept eingebracht. „Wir sind insgesamt sehr zufrieden. Wir haben uns vervierfacht, was die Veranstaltungen, die Autoren und auch die Gäste angeht", freut sich Claudia Puhlfürst vom Team. Für nächstes Jahr ist noch mehr geplant. Dann werden auch Städte wie Dresden und Leipzig ebenso zu Tatorten.

Blick 20.06.2007 (Text: Ralf Wendland)


 


Gänsehaut auf fünf Etagen

Die 2. Sächsische Kriminacht lockt 100 Besucher ins Netzschkauer Schloss

Netzschkau. „Wie lange brauchen Sie eigentlich für einen ihrer herrlichen Kurzkrimis? Ist es schwer, für Kinder zu schreiben? Was denken Sie: Schreiben die Auflagen-Millionäre wirklich noch alles selbst?" Regine Heimer aus Theuma nutzte am Samstagabend im Cafe des Netzschkauer Schlosses die Gunst der Stunde und löcherte Jan Flieger, einen Altmeister des Krimis und Kinderbuches. Flieger erzählte von vier Versuchen, ehe es mit seinem ersten Buch für die Jüngsten klappte. Und bekennt, dass er gerne mehrere Manuskripte „unter Dampf" hält. Was die Großen der Branche angeht, vermutete der Berliner, beschäftigten sie wohl mittlerweile ganze Autorenkolonnen.

Es war nicht der einzige offenherzige Dialog am Samstag. Um die 100 Besucher zählte die zweite Sächsische Kriminacht auf Schloss Netzschkau. In sieben Räumen auf fünf Etagen - vom Keller bis zum Fechtboden - lasen bei dem „Mords-Spektakel" vier Autorinnen und fünf Autoren. Zum ersten Mal dabei war Friederike Schmöe aus Bamberg. Im gediegen eingerichteten Trauzimmer stellte sie ihre Krimis „Schockstarre" und „Käfersterben" vor. „Eine interessante Entdeckung für mich, sprachlich und psychologisch absolut überzeugend", fasste Heidi Neubauer aus Reinsdorf bei Zwickau ihre Eindrücke zusammen. Die begeisterte Leserin spannender Literatur war zur Eröffnung mit einem Buch beschenkt worden. Sie hatte bereits vier Angebote der seit dem 26. April laufenden 2. Ostdeutschen Krimitage wahrgenommen.

Der Netzschkauer Lesemarathon ordnet sich in die noch bis zum 30. Juni laufenden Veranstaltungs-Reihe ein. Zum Buch noch einen guten Tropfen bekamen Ingrid und Gunter Daberkow aus Wittenberge (Nordwestbrandenburg). Sie hatten die weiteste Anreise nach Netzschkau. Der Abend krönte ihren fünftägigen Vogtlandaufenthalt, ein Geschenk der Kinder zum Geburtstag des Vaters. „Eine wunderbare Veranstaltung. Am besten haben mir bis jetzt Mario Ulbrichs kernige Geschichten aus „Tief Ost“ und die raffiniert gestrickten „Erinnerungen eines sächsischen Casanovas“ von Steffen Mohr gefallen," sagte Gunter Daberkow.

„Beim zweiten Mal war einiges leichter. Man konnte auf Erfahrungen bauen. Ich bin jedenfalls heute ruhiger als voriges Jahr", meinte Petra Steps, die seitens des Schlossfördervereins die Organisation der Kriminacht in der Hand hatte. Die Lambzigerin, die darüber hinaus zum Projektteam der Ostdeutschen Krimitage gehört, warf auch schon mal einen Blick voraus. „Wir haben nächste Woche bereits die erste Besprechungsrunde für das Jahr 2008." Außer den bereits genannten Autoren waren am Samstag noch mit von der Partie: Claudia Puhlfürst (Zwickau), Franziska Steinhauer (Cottbus), Mären Schwarz (Rodewisch), Henner Kotte (Leipzig) und der sonst als Karikaturist von sich reden machende Ralf Alex Fichtner aus Schwarzenberg.

Freie Presse 18.06.2007 (Text: Volker Müller)


 


Neun Autoren sorgen für ein Mords-Spektakel

2. Ostdeutsche Krimitage erleben am Sonnabend ihren Höhepunkt

Netzschkau. Die 2. Ostdeutschen Krimitage steuern am Sonnabend auf ihren Höhepunkt zu: Im Netzschkauer Schloss steigt ab 18.30 Uhr die Kriminacht mit neun Autoren. In mehreren Staffeln lesen sie verteilt im ganzen Schloss ihre spannenden Geschichten. Mit dabei: Mario Ulbrich, Steffen Mohr, Claudia Puhlfürst, Friederike Schmöe, Ralf Alex Fichtner, Jan Flieger, Henner Kotte und Franziska Steinhauer. Restkarten gibt es bei der „Freien Presse" und an der Abendkasse. Mehr als 1000 Besucher haben die Lesungen des Krimi-Festivals bisher besucht. „In einigen Räumen sind wir an die Kapazitätsgrenzen gestoßen", sagt Petra Steps vom Veranstalter-Team. „Allerdings geht uns es nicht um die Größe, sondern um das Flair der Veranstaltungsorte wie den Pathologie-Hörsaal in Zwickau." (tb)

Freie Presse 14.06.2007 (Text: Tino Beyer)


 


Kriminelle und andere Delikte

Ralf und Alexander Fichtner zeigen in zwei
Ausstellungen schwarzhumorigen Karikaturen

Es gibt Mord und Totschlag, und es fließt reichlich Blut in zwei Ausstellungen von Vater und Sohn Fichtner in der Alten Brauerei Annaberg-Buchholz und im Schloss Netzschkau. Wie konnte es dazu kommen... Lesen Sie selbst.

Annaberg-Buchholz/Netzschkau. Wachtmeister Drombusch kam mit dem letzten Zug in Schwarzenberg an. Dass es der letzte Zug war - mit dieser Fahrt wurde die Strecke aus Kostengründen eingestellt -, hatte er erst unterwegs erfahren und ärgerte sich natürlich, weil er für Hin-und Rückreise bezahlt hatte. Aber wenigstens würde er diesen Fall aufklären. Gerade waren die neuen Anti-Terrorismus-Bekämpfungsgesetze in Kraft getreten, und Drombusch hatte die Verwanzung einiger Wohnungen angeordnet. Bei der Auswahl war er in der Rubrik „Kalauer" auch auf das Kürzel RAF gestoßen. War da nicht mal was? Drombusch schaute im Telefonbuch des Kreises Aue-Schwarzenberg zuerst unter R, dann unter A, schließlich unter F nach - Fichtner, Ralf und Fichtner, Alexander, Sohn des R. Maler und Grafiker - perfekte Tarnung, dachte Drombusch. Dass da noch niemand drauf gekommen war...

Drombusch verkleidete sich als Kunstliebhaber - schwarzweiße Plastikbrille, graue Perücke, heller Anzug, Documenta-Katalog von 1997 unterm Arm - und stattete den Fichtners einen Besuch ab. Neueste Arbeiten mit kriminellem Hintergrund? - kein Problem: Edgar Alan Poe hat Ralf illustriert, Kafka, eigene Kriminalgeschichten, und Comics hat er gezeichnet. Das Geheimnisvolle am Unheimlichen interessiere ihn, das Unerklärliche, das doch eine Erklärung hat. An Gewalt sei er nicht interessiert. Für ihn sei das eher so wie in einem guten Agatha-Christie-Krimi: Am Ende habe man den Eindruck, dass selbst die Opfer des Verbrechens aufstehen, sich verbeugen und fragen, ob man sich gut unterhalten habe. Neuerdings zeichne er auch bei Rockkonzerten, wohin ihn Sohn Alexander, sein Sohn, mitgenommen habe. Hans Söllner zum Beispiel habe er gezeichnet - der schon vom Leben und dem bayerischen Innenminister gezeichnet ist - oder die düstere Band Gwar, die während ihrer Konzerte mit Theaterblut spritzt - da leuchten Alexanders Augen. Der Bursche malt das Leben, wie es ist. Hartz IV, Gesundheitsreform, unterlassene Hilfeleistung, aber er zeichnet auch richtige Horrorgeschichten. Ansonsten sei er ein ganz friedliebender Mensch. Hier Leben - da Kunst. Und das Leben sei immer noch schrecklicher als die Kunst. In der Kunst könne man Aggressionen anders abbauen - oder nur die Phantasie spielen lassen. Das sei alles ein bisschen komplizierter... Und die wirkliche Kriminalität komme ja auch nicht vom Unterschied zwischen Leben und Kunst, sondern eher vom Unterschied zwischen Reich und Arm, herrschen und beherrscht werden, ausbeuten und ausgebeutet werden...

Kompliziert - das Wort hörte Drombusch gar nicht gern. Er nutzte die Zeit, als Ralf und Alexander in ihren Mappen kramten, um die Wohnung nebst Bad und Schlafzimmer mit 64 Abhörmikrophonen auszustatten. Er recherchierte im Revier nach Poe, Kafka, Söllner, Conan Doyie, Agatha Christie - Namen, die er bei Fichtners aufgeschnappt hatte. Es kam eine stattliche Vorstrafenliste zusammen. Wie er vermutet hatte... Als er seine Ermittlungsergebnisse Untersuchungsrichter Dr. Schulze vorstellte, lachte der nur und sagte, ja, das erinnere ihn an die Geschichten von Gustav Meyrink, Friedrich Glauser, Friedrich Huch, an den Zeichner Alfred Kubin - das sei schon richtig Kunst, und es sei vielleicht auch kein Zufall, dass man im düsteren Schwarzenberg solchen Gedanken nachhänge. Diese Erklärung war Drombusch nun wieder zu einfach - er setzte sich an die Abhörgeräte und lauschte. Und er hörte: ... unerklärliche Morde... mehrere Leichen... Blutspritzer müssen farbig sein... ein Opfer und kein Täter... Ermittlungen verlaufen im Sande... dabei sei alles so einfach und auf den Bildern genau zu sehen...

Drombusch war ganz sicher, dass ihm die Fichtners nicht die ganze Wahrheit gesagt hatten. Aber auf den Bildern sollte alles zu sehen sein... Wahrscheinlich Pläne für Verbrechen. Er musste unbedingt an die Zeichnungen kommen. Deshalb die Zugfahrt nach Schwarzenberg zu nächtlicher Stunde. Mit einem alten Dietrich verschaffte er sich Einlass in das Fichtnersche Anwesen und fand im Schein einer Taschenlampe Mappen voller schwarzweißer und farbiger Zeichnungen, schleppte, so viel er tragen konnte, aus dem Haus und ließ sich mit dem Taxi zurück ins Revier fahren.

Dort blätterte er die Mappen durch - tatsächlich waren auf einigen Bildern dunkle Schlösser zu sehen. Lagepläne, Anfahrtsskizzen, vermutete Drombusch. Sah das nicht aus wie Annaberg, wo sich in der Alten Brauerei das junge Volk zu verrückter Musik traf, und wie Netzschkau, wo im Schloss demnächst eine Kriminacht stattfinden sollte - und war das nicht eine getarnte Einladung an die üblichen Verdächtigen? Aber die Damen und Herren hatten nicht mit Wachtmeister Drombusch gerechnet! Er würde sie mit dem corpus delicti, mit ihren düsteren Plänen konfrontieren - Auge in Auge, Tusche um Pinsel, Zahn um Zahn - und sie würden in flagranti gestehen. Das -oder hieß es der? - Überraschungsmoment war auf seiner Seite - das hatte er auf der Polizeischule gelernt. In einer weiteren Nacht- und Nebelaktion ließ Drombusch also das beschlagnahmte Material nach Annaberg und Netzschkau bringen, hängte es an den Wänden der Alten Brauerei und des Schlosses auf und harrte der Dinge, die da kommen und gehen sollten. Und da hängen sie nun, die Bilder, und jedem, der sie ansieht, ist viel Spaß und ein gutes Alibi zu wünschen. (Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Wachtmeister Drombusch tritt mit freundlicher Genehmigung seines Erfinders, Mario Ulbrich, auf.)

Freie Presse 14.06.2007 (Text: Matthias Zwarg)



Gemäldedieb erwischt

Kinderkrimi-Grusel-Nacht

NETZSCHKAU - Die Uhr zeigte 19.29 Uhr, der Krimi-Autor Jan Flieger las gerade aus seinem Gruselbuch „Die Ruine der Raben", da erschütterte ein fürchterlicher Schrei den Fechtboden im Schloss Netzschkau. Eine Etage tiefer war eine weibliche Leiche gefunden worden. Und an Stelle der noch nicht anwesenden Kriminalisten nahmen rund 25 Mädchen und Jungen, die schon zum Auftakt der Kinder-Krimi-Grusel-Nacht ihren offiziellen „Detektiv-Ausweis" erhalten hatten, die Ermittlungen auf.

Da wurden zunächst alle Spuren am Tatort gesichert. Schon bald war das Motiv für den Mord in der Schloss-Galerie gefunden: Der Täter wurde vermutlich beim Diebstahl eines wertvollen Bildes überrascht. Doch bis der Mörder endgültig gefunden, überführt, festgenommen und abgerührt werden konnte, hatten die jungen Detektive noch manch knifflige Aufgaben zu lösen. Das spannende Täter-Such-Spiel hatte sich Garsten Steps ausgedacht. Seine beiden jüngeren Brüder trugen als „Schriftsachverständiger" und als Darsteller des Täters ebenso wie viele andere Helfer zum Gelingen des Spektakels unter dem Motto „Mords-Abenteuer" bei.

Wolfgang Sendzik, Mitglied des Fördervereins Schloss Netzschkau, konnte als ehemalige Polizeibeamter auch Treue zum Detail bestätigten: „Es war richtig, dass der Täter hinten rechts ins Auto gesetzt wurde, denn er darf nie hinter dem Fahrer sitzen." Neben der spannenden Tätersuche gab es aber noch weitere Highlights bei der Kinder-Krimi-Grusel-Nacht, die im Rahmen der 2. Ostdeutschen Krimitage stattfand.

Dazu zählte die bereits erwähnte Lesung mit Jan Flieger, der dem erwachsenen Publikum auch noch sein Buch „Gefährlicher Vollmond" präsentierte. Für Aufsehen sorgte der erst elfjährige Benedikt Kau aus Dresden, der aus seinem ersten Krimi „Der vergessliche Detektiv" las. „Kleingeisterjäger" Steffen Mohr aus Leipzig begeisterte schließlich mit einem Krimi-Kabarett-Programm. Dem jungen und ebenso dem erwachsenen Publikum hat die interessante Verbindung Krimi und Schloss ausgezeichnet gefallen. So hatten zum Beispiel Natalie Eichhorst, Luisa Bischof und Marie-Luise Börner (alle 10 Jahre alt) große Teile des Programms schon einmal am Vormittag mit ihrer Klasse der Netzschkauer Grundschule erlebt. Sie waren so begeistert, dass sie am Abend gleich noch einmal wiederkamen. Erik Hendel (10) aus Friesen hatte sich schon frühzeitig eine Karte gesichert. Sein Freund Maximilian Pansa (9) aus Auerbach war dagegen erst am Kindertagsmorgen von seiner Mutti mit einem Ticket überrascht worden. Auch er meinte beim Imbiss, zu dem nach der Tätersuche eingeladen wurde: „Das war echt Klasse!" S.G.

Vogtland Anzeiger 09.06.2007 (Text: Sven Gerbeth)


 


Junge Krimi-Autoren auf Spuren der Täter

Mädchen sahnen bei Wettbewerb alle Presie ab - Gymnasiastinnen gehören zur Jury - Siegerbeitrag von Jördis Trauer hat Potenzial auf mehr

Zwickau. Ob nun die weiblichen Gene ein Mehr an "krimineller Phantasie" hervorbringen oder Mädchen einfach leichter dazu zu bewegen sind, sich hinzusetzen und ein paar Zeilen zu Papier zu bringen, sei dahin gestellt. Auf alle Fälle hatte das vermeintlich starke Geschlecht beim Schreibwettbewerb, zu dem Gymnasiasten aus dem Bereich der Regionalstelle Zwickau der sächsischen Bildungsagentur anlässlich der 2. Ostdeutschen Krimitage aufgerufen waren, nichts zu melden. Alle Preise gingen an Mädchen.

"Insgesamt sind 22 Geschichten zum Thema "Dem Täter auf der Spur" bei uns eingegangen. Die Mehrzahl von Einzelautoren, einige aber auch von Gruppen. Leider hat sich nur eine handvoll Jungs beteiligt", sagte die Schriftstellerin Claudia Puhlfürst zur Preisverleihung. Von der Qualität der Einsendungen her gesehen, tat sich der Jury, zu der auch Schülerinnen des Leistungskurses Deutsch am Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau gehörten, die ganze Bandbreite der Möglichkeiten auf. Es reichte von "na ja" bis zu "spitze".

"Aus meiner Sicht hat der Siegerbeitrag in der Kategorie der Klassen-Stufe fünf bis sieben, den Jördis Trauer geschrieben hat, sogar Potenzial auf mehr. Unabhängig voneinander haben ihr alle Mitglieder der Jury die maximale Punktzahl zuerkannt", betonte Puhlfürst. Für die erst 13 Jahre alte Autorin war das eindeutige Votum der Preisrichter eine Überraschung. „Damit habe ich nicht gerechnet. Umso größer ist meine Freude, dass ich auf den ersten Platz gesetzt wurde“, meinte sie. Wenn es darum geht, Geschichten zu schreiben, gehört Jördis Trauer eigentlich schon zu den alten Hasen. Krimis waren bislang allerdings die Ausnahme. „Ich schreibe gern anspruchsvolle Texte, auch schon mal was Trauriges. Es macht mir einfach Spaß.“ Das mit dem Geschichtenausdenken hat nach ihren Worten bereits angefangen, als sie noch gar nicht schreiben konnte. „Mit vier Jahren habe ich die Sachen in ein Diktiergerät gesprochen und anschließend von einem Erwachsenen aufschreiben lassen“, verriet sie. In der Altersgruppe der Klassen-Stufen acht bis zehn verlieh die Jury lediglich einen ersten Preis- Einerseits, weil nur wenige Einsendungen vorlagen, zum anderen war laut Claudia Puhlfürst deren Qualität nicht unbedingt überzeugend. Dafür aber floss der 15-jährigen Isabell Löffler aus Werdau eine spannende Story aus der Feder, die das Geschehen aus dem Blickwinkel eines Täters widerspiegelte. „Überrascht war ich, dass ich zu den Preisträgern gehöre“, gab sie zu. Einen Sonderpreis heimste die neunjährige Chelsea Goliasch von der Dr.-Martin-Luther-Grundschule Zwickau ein. Vom Alter her eigentlich gar nicht angesprochen, nahm sie dennoch teil. „Meine Schwester hat mitgemacht, da wollte ich auch was schreiben“, meinte das Nesthäkchen.

Ergebnisse: Klassenstufe 5 bis 7: l. Jördis Trauer (10 Punkte), 2. Julia Kunzmann und Isabell Türoff (8,66), 3. Vanessa Reiher (6,66) alle Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau; Klassenstufe 8 bis 10: Isabell Löffler (7,66) Humboldt-Gymnasium Werdau; Sonderpreis der Jury: Chelsea Goliasch (9) Dr.-Martin-Luther-Grundschule Zwickau; Sonderpreis beste Schule: Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau.

Freie Presse 01.06.2007 (Text: Andreas Wohland)


 


Krimi vor Gericht

Romy Fölck liest aus Täubchenjagd

AUERBACH - Ein ausgeschlachtetes Täubchen, ein zerfleischter Schäferhund und die Leiche eines Mädchens: Viel zu tun hat die Kripo Dresden mit der Aufklärung dieser grausigen Bluttaten. Zum Glück alles nur fiktiv, aber erlebbar in Romy Fölcks Krimi-Roman "Täubchenjagd". Und weil die Autorin studierte Julistin ist, lag der Ort der Lesung - organisiert von den Machern der Krimi-Tage "Mordssachsen" - mit dem Amtsgericht Auerbach auf der Hand.

"Eine spannende Zeit war das als Referendarin am Schwurgericht Dresden", erzählt die Leipzigerin aus ihrem wahren Leben. Dort durfte sie damals bei der Ermittlung im Mordfall Adolph assistieren, erzählt sie. Ein Stück Authentizität selbsterlebter Fälle veleiht sie auch ihrem zweiten Krimi, dessen Protagonist der junge Strafrichter Raik Winter ist. Er ist zusammen mit der Polizei auf der Jagd nach dem Täubchen- und Mädchenschlächter, Zu Gast bei "Mordssachsen" im Amtsgericht: Romy Föick. wobei immer mehr ein abgesackter, runtergekommener Ex-Kripobeamter der Tat verdächtig wird. Natürlich spielt der Fall in Sachsens Landeshauptstadt, und natürlich vorrangig vor Gericht. Von daher dürfte "Täubchenjagd" allen Krimi-Fans, aber auch Richtern, Staatsanwälten und Verteidigern zur Bettlektüre empfohlen sein. cze

Vogtland Anzeiger 26.05.2007 (Text: Conny Henze)




Krimilesung: Spannend wie so oft
bei einer richtigen Verhandlung

Veranstaltung im Auerbacher Amtsgericht im Rahmen der 2. Ostdeutschen Krimitage will Justiz der Öffentlichkeit näher bringen – Autorin Romy Fölck studierte selbst Juristik 

Auerbach. Am Amtsgericht Auerbach ist am Mittwochabend in Sachen „Täubchenjagd“ verhandelt worden. Dabei handelte es sich nicht um eine wirkliche Verhandlung, sondern um eine Kriminalgeschichte von Romy Fölck.

Im großen Strafgerichtssaal hatte sich interessiertes Publikum eingefunden, darunter Richter, Anwälte und Justizangestellte. Spannend, wie so oft bei einer richtigen Verhandlung, schilderte Romy Fölck den Prozess um den Angeklagten Hans Nowotny, dem die grausame Tötung von Tauben und einem Schäferhund zur Last gelegt wird. Entgegen der öffentlichen Meinung spricht ihn der junge Strafrichter frei. Erst als der Leichnam eines Mädchens gefunden wird und die Tat Nowotny, der ehemals Kommissar war, angehängt werden soll, gerät der junge Richter unter Druck. „Ich wollte aufzeigen, dass Richter auch nur Menschen sind und auf ihrer Suche nach Wahrheit mit Gewissenskonflikten zu kämpfen haben“, so die Autorin, die selbst Juristin ist, nach ihrem Examen aber in die Wirtschaft gewechselt hat.

Wie die Geschichte ausgeht, lässt Romy Fölck offen. In ihrem Krimi schildert sie unter anderem die Hetzjagd auf den Tatverdächtigen und wie der junge Richter auf eigene Faust ermittelt. Sie hat eigene Erlebnisse ausgewertet und Personen, mit denen sie während ihrer Referendarzeit zusammenarbeitete, in ihrem Roman verewigt. Ihr Anliegen ist es, die Justiz der Öffentlichkeit näher zu bringen, was auch ganz im Sinne von Amtsgerichtsdirektorin Inge Bahlmann ist, die zu dieser Krimilesung im Rahmen der 2. Ostdeutschen Krimitage und des Projektes „Kunst und Justiz“ eingeladen hatte.

Strafrichter Bernd Fischer bescheinigte der jungen Autorin, eine realistische Strafverhandlung dargestellt zu haben. Er beantwortete auch Fragen aus dem Publikum, dabei beurteilte er unter anderem das deutsche Strafgericht als das bessere im Vergleich zum Geschworenengericht in Amerika. Romy Fölck stammt aus Meißen, studierte in Dresden und lebt heute in Leipzig. Ihren ersten Krimi „Blutspur“ schrieb sie während ihrer Studienzeit. Zurzeit arbeitet sie an ihrem dritten Buch, dessen Titel sie noch geheim hält.

Freie Presse 25.05.2007




Juristin schrieb `nen Krimi

Mit ihren Buch "Täubchenjagd" erschien im März der zweite Krimi von Juristin Romy Fölck aus Leipzig und daraus liest sie heute Abend im Amtsgericht Auerbach. "Geschrieben habe ich schon zu Schulzeiten gern. Irgendwann war der Ehrgeiz da, ein "richtiges" Buch zu schreibe", erzählt sie- Das erste Buch, "Blutspur", entstand während ihres Jura-Studiums in Dresden. "Somit gab es für mich eigentlich keine andere Wahl, als einen Krimi zu schreiben", lacht sie. Beginn ist 19 Uhr. Reservierung unter 03744/839301.

Chemnitzer Morgenpost 23.05.2007




Königlich sterben in Bad Elster oder:
Der formvollendete Tod im Kurort

Autoren und Schauspieler führen ein "Mordstheater" auf - Kurzweilige Mischung aus Lesung, Konzert, Buhnenspiel und kulinarischem Genüssen


Bad Elster. Schauderschreie statt Koloratursopran, knarzende Türen statt Violinen-Wohlklang, und in der Pause fließt statt dem üblichen Sekt und Rotwein angeblich warmes Blut aus Flaschen in die Kehlen der Besucher: Die Kriminacht "Ein Mordstheater" am Freitagabend in Bad Elster war nichts für Zartbesaitete, doch wer sich darauf einließ, erlebte einen kurzweiligen Mix aus Lesung, Konzert, Schauspiel und kulinarischem Genüssen.

Tatort war das letzte zu Sachsens Monarchie-Zeiten erbaute Hoftheater, geadelt mit dem Namen des nie in Bad Elster weilenden, dafür bis zur Büste im Treppenaufgang omnipräsenten Königs Albert. Dort stirbt man nicht irgendwie, womöglich per Zufall oder als Lieschen Müller bei einem Haushaltsunfall. Nein, es muss schon der Würde des Hauses angemessen sein. Also: Es braucht einen König.

Könige sind heutzutage rar, aber König, Vorname Michael, Sänger der Landesbühnen Sachsen, tut es in der Rolle als überspannter Theaterdirektor auch. Zweitens besteht Bedarf an einem königlichen Opfer: Im Stück stirbt König Lear vor aller Augen bei den Proben auf der Bühne durch einen Pistolenschuss. Der Elsteraner Lear ist weiblich, nämlich Katrin Müller aus Chemnitz, die nach dem gemeinen Mord eine halbe Stunde lang ohne zu zucken dekorativ und von blauem Licht angestrahlt auf der Bühne liegen darf.

In die Rahmenhandlung (Regie: Stephan Seitz) verpackt waren zwei Lesungen, eine von der Zwickauerin Claudia Puhlfürst aus ihrem Krimi "Rachegöttin", die andere von "Freie Pressen-Redakteur Mario Ulbrich aus seiner preisgekrönten Geschichte "Knöllchenkrieg". Das Konzertmeisterquartett der Chursächsischen Philharmonie gab die musikalische Mafia-Gang, und die literarisch nur angedeuteten Mordtaten machten mörderischen Hunger.

Den konnte das aus Kapazitätsgründen auf 100 Besucher begrenzte Publikum zur Pause an Delikatessen stillen. Passte bis dahin das Konzept, so war das Finale etwas dünn: Kein Mörder, nicht mal der Techniker (Marie Schlack) war es, sondern alles nur Phantasiegeburt eines überreizten Theaterdirektoren-Gehirns. Nix als Theater. Hat sich im Kurort nicht ein Kandidat mit Mordgelüsten gefunden? Ist die Polizei im südlichen Vogtland so gemütlich oder sind die Elsteraner Politessen so aggressiv wie im Stück behauptet? Dass zu beantworten, hätte dem amüsanten mörderischen Spaß im königlichen Theater das I-Tüpfelchen verpasst, die Krone aufgesetzt.

Freie Presse 21.05.2007 (Text: Ronny Hager)



Geburtstagskind führt duch "Mords-Freitag"

Sächsische Kriminacht im Autohaus LUEG

Petra Steps

(Zwickau.) Super-Idee: Man nehme richtig gute Hobby-Autoren, alle aus bzw. in Sachsen, und lasse sie Kriminalgeschichten schreiben die sämtlichst an sächsischen Tatorten spielen. Daraus macht man dann ein Buch mit dem Titel "Mords-Sachsen" und damit lassen sich trefflichst Lesungen bestreiten, die einer großen Zuhörerschaft sicher sein können.

Das Autohaus LUEG war letzten Freitag jedenfalls gut gefüllt, und das kann nicht nur an den gratis gereichten Speisen und Getränken gelegen haben. Zwickaus Krimi-Queen Claudia Puhlfürst hatte einige ihrer Autorenkollegen eingeladen, um gemeinsam dem Publikum einen spannenden und stellenweise gruseligen Abend zu bereiten. Zu Beginn wurden die besten drei Beiträge aus der Anthologie ausgezeichnet. Geschrieben wurden sie von Florian Scheibe (3. Platz, im rechten Foto vorn), Franziska Steinhauer (2. Platz, links) und Mario Ulbrich (l. Platz, rechts). Sie rahmen Claudia Puhlfürst ein, die an jenem Abend ihren Geburtstag feierte - natürlich zünftig im Kreise der Hobby-Spürnasen, die ihr unter anderem eine Torte überreichten.

Internet: www.mordssachsen.de

Wochenspiegel 16.05.2007 (Text: Pleißner)



"Knöllchenkrieg" im Autohaus

Politessen-Wahnsinn: Preis für Mario Ulbrich
bei den 2. Ostdeutschen Krimitagen

Petra Steps

Zwickau. Der wichtigste Gegenstand im "Knöllchenkrieg" ist ein "mobiles Knöllchen-Erfassungsgerät". Das Lieblingswort der Hauptperson lautet "Knöllchenfrequenz". Dazwischen liegen schaurig-lustig-spannende 17 Seiten Krimitext eines Autors, der sich selbst als "Humorschreiber" bezeichnet. Kein "echter" Krimischreiber also, sondern ein Seiteneinsteiger. Aber vielleicht war gerade das sein Plus. Er bekam am Freitagabend den Krimipreis der 2. Ostdeutschen Krimitage für die beste Kurzgeschichte der Anthologie "Mords-Sachsen" überreicht: Mario Ulbrich, Redakteur der "Freien Presse" im Ressort Regionales.

Ulbrich hat sich bereits einen Namen gemacht als Autor des Romans "Die Männer vom Revier Tief-Ost", erschienen im Chemnitzer Verlag. Hochgeschätzt bei den Lesern der "Freien Presse" sind seine Glossen auf der Seite Internet & Computer oder in der Wochenendserie "Schon wieder Samstag". Es ist übrigens nicht sein erster Preis: Als realiläts-und lesernaher Journalist, gewann er 1997 den Journalistenpreis der Deutschen Umweltstiftung und 1999 einen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Überreicht wurde der Preis im Autohauses Lueg, das im Raum Zwickau inzwischen als gute Adresse in Sachen Kultur gilt. Die Veranstaltung im Rahmen der Ostdeutschen Krimitage war für Geschäftsführer Andreas Sobe allerdings Neuland. "Wir machen hier viele Kulturveranstaltungen, auch Theater, aber eine Kriminacht hatten wir bislang noch nicht." Sobe ist selber Krimileser, und da ein "Knöllchenkrieg" ja auch etwas mit Autos zu tun hat, passte an dem Abend vieles zusammen.

Ein Abend, der lange ging. Denn nach der Preisverleihung lasen etwa ein Dutzend Autoren aus der Anthologie "Mords-Sachsen", in der auch Mario Ulbrich seine Siegergeschichte veröffentlichte. Seine Ideen zieht Ulbrich meist aus der Realität, dabei hilft ihm sein Beruf: "Als Journalist lernt man viele Typen kennen, sieht, wie sie sich verhalten. Das kann man sich nicht alles ausdenken. Bei der Recherche sammelt sich zudem viel Hintergrundwissen an, das man für eine gute Geschichte braucht."

Ulbrich verankert seine skurrilen Geschichten gerne in der Realität, das machte bereits den Reiz von "Die Männer vom Revier Tief-Ost" aus, Wie Ulbrich gehen übrigens auch die allermeisten anderen Autoren. der Anthologie ganz "normalen" Berufen nach: Kaufleute, Pädagogen, Angestellte. Und auch im Publikum sitzen keinesfalls Psychopathen und Meuchelmörder. Anke Göbert zum Beispiel ist Zahnarzthelferin. Sie liebt Krimis über alles - und hat ein Geheimnis, das sie an diesem Abend offenbart: "Ja, ich hätte auch schon mal gerne jemand um die Ecke gebracht", sagt sie lachend. "Aber nicht wirklich." Sie liest eben lieber Krimis.

Internet: www.mordssachsen.de

Freie Presse 04.05.2007 (Text: Johannes Fischer)



Tatort Tennen-Küche

Drei Autoren lesen während der
2. Ostdeutschen Krimitage am Freitag in Landwüst

Petra Steps

Landwüst. Wo sonst Eberhard Hertel mit seinen Gästen zu beschwingten Melodien kocht und gute Laune verbreitet, wird es am Freitagabend blutig und unheimlich: Die Kulturtenne im Freilichtmuseum Landwüst erlebt ab 19.30 Uhr eine Lesung innerhalb der 2. Ostdeutschen Krimitage "Mordssachsen". Dazu bereitet der Wirt der Gaststätte "Zum Turm" in Remtengrün, Frank Uebel, ein mörderisch leckeres Gericht, das Mutige gerne auch probieren dürfen.

Mit Kurzkrimis stellen sich in Landwüst Claudia Puhlfürst, Uwe Schimunek und Romy Fölck vor. Die Dresdenerin Romy Fölck hat bisher zwei Krimis veröffentlicht: "Täubchenjagd" und "Blutspur", die sie beide in ihrer Heimatstadt angesiedelt hat Uwe Schimunek hat schon bei verschiedenen sächsischen Radiosendern den Staub von den Scheiben gewischt und weiß daher: "Das Gute hat den besseren Beat". Das versuchte er in kurzen Krimis auszuloten, die in verschiedenen Anthologien erschienen.

Claudia Puhlfürst aus Zwickau ist eine Wiederholungstäterin. Vier Krimis sind bisher von ihr erschienen ("Leichenstarre", "Eiseskälte", "Dunkelheit" und "Rachegöttin"). Die Titel lassen es ahnen: Bei ihr geht's zur Sache.

Die 2. Ostdeutschen Krimitage finden bis zum 30. Juni in der Region statt. Insgesamt sind 17 Veranstaltungen mit 23 Autoren geplant. Darunter ist auch der "Freie-Presse"-Redakteur Mario Ulbrich, der mit seiner Geschichte "Knöllchenkrieg" den vom Gmeiner Verlag ausgeschriebenen Krimiwettbewerb für das Buch "Mords-Sachsen" gewann. Veranstaltungsorte im Vogtland sind neben Landwüst, Auerbach, Reichenbach, Netzschkau und Bad Elster. Gruslige Lesungen, ein "Leichenschmaus" und schaurige Bilder sind einige der Höhepunkte. Im Vergleich zur ersten Auflage im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Veranstaltungen vervierfacht.

Schon heute Abend, ab 18 Uhr geht es mit "Mords-Bildern" von von Ralf Alex und Alexander Fichtner in Schloss Netzschkau weiter. Nächster Tatort im oberen Vogtland ist das König-Albert-Theater Bad Elster. Dort gibt es am Freitag, 18. Mai, 19.30 Uhr Mord und Totschlag. Stephan Seitz als Conferencier und Autorin Claudia Puhlfürst bekommen es dort mit einer Leiche und Rätseln zu tun.

Internet: www.mordssachsen.de

Freie Presse 02.05.2007 (Text: pj/daku)



Fans reisen von Tatort zu Tatort

Erste Lesung von Regionalkrimis bei den
2. Ostdeutschen Krimitagen - Gruseliges begeistert Hörergemeinde

Auerbach. "Mords-Geschichten" mit lokalem Kolorit haben am Freitagabend die Zuhörer in der Nicolaikirche in Auerbach bei der ersten Lesung der 2. Ostdeutschen Krimitage in ihren Bann geschlagen. Die drei Krimiautorinnen Ethel Scheffler aus Leipzig, Beate Baum aus Dresden und die im Vogtland bekannte Maren Schwarz lasen aus der Anthologie "Mords-Sachsen" unter anderem eigene Geschichten über Verbrechen vor, deren Tatorte Muldenberg, Annaberg, Dresden oder Leipzig sind. Realistische Bilder zeichnet die Autorin Ethel Scheffler nicht nur mit detailgetreuen Schilderungen von Orten. "Ich versuche, einfach ein paar Probleme aus dem Alltag aufzugreifen", verrät sie über ihre Arbeit und die "Zutaten" ihrer Erzählung "Phantom der Oper". Scherzend ergänzt die Hobbyautorin, dass sie als Leiterin eines Hausmeisterservice aber noch keine Leiche im Keller gefunden habe.

Die Rodewischerin Maren Schwarz schilderte "Erichs allerletzte Rache", bei der eine Wasserleiche aus der Zwickauer Mulde einige Rätsel aufgibt. Selbst wenn diese Fälle nur Stoff einer Kriminalgeschichte und somit Fantasie eines Autors sind: Das hindert Fans nicht daran, zu den Orten der fiktiven Verbrechens zu pilgern. Gerade der regionale Bezug der gelesenen Geschichten begeisterte etwa Manja Gruschwitz aus Auerbach. Sie findet Krimis gerade dann spannend, "wenn Landschaften unserer Region beschrieben werden. Da gucke ich schon mal nach." Sie liest gern die schwedischen Wallander Romane von Henning Mankell. "Aber irgendwie ist Schweden doch ein bisschen weit weg." Und Evelin Strohmeier aus Neumark ist nach der Lektüre eines Regional-Krimis tatsächlich schon nach Zwickau auf die Bahnhofstraße gefahren um nachzuschauen, ob das Haus existiert (das tat es!).

Sie und ihre Plauener Freundin Ulrike Voigt haben bei den grusligen Tagen viel Spaß. Sie wollen gemeinsam zu jeder diesjährigen Veranstaltung fahren, obwohl sie nicht den selben Stil bevorzugen. Während Ulrike lieber alte Krimis mag, "weil man da vorher nie richtig weiß, wer der Mörder ist", schmökert Evelin bevorzugt bei den schwedischen Autoren. Und die Angewohnheit von Ulrike aus Neugier ans ersehnte Ende vorzublättern, stößt bei ihrer Freundin auf komplettes Unverständnis.

Freie Presse 30.04.2007 (Text: Dagmar Kube)



Ein Kessel Spannung

Anthologie "Mordssachsen"

AUERBACH - Dresden, Leipzig, Vogtland: Was haben diese drei Orte gemein? Erstmal liegen sie alle im Sachsenland - und dann geschieht in ihnen Mörderisches. Drei Frauen sind es, die abseits ihres normalen Alltages Sich der dunklen Seite zugewandt haben. Wenngleich nur literarisch. Maren Schwarz (Rodewisch), Ethel Scheffler (Leipzig) und Beate Baum (Dresden) Sind die drei Mordsfrauen, die am Freitagabend in der Auerbacher Nicolaikirche ihre Krimi-Kurzgeschichte aus der Anthologie "Mordssachsen" lasen. Mit des Vogtlands Lokalmatadorin Maren Schwarz' Kommissar Hütchen geht es zunächst auf einen feucht-fidelen Männertagsausflug zum Muldenberger Schauflößen. Was so bierselig anfängt, endet mit einer Wasserleiche im Floßgraben - eine Geschichte einer Männerfreundschaft, die am Ende, so stellt sich heraus, mehr von Eifersucht, Neid und Rache durchwachsen ist und im Freundes-Mord endet. "Erichs letzte Rache", nach dem berühmten Schnaps, hat Maren Schwarz dieses mordsmäßige Geschichtlein genannt.

Ein Opernball, ein Arzt und zwei erst lebende, dann tote Ehefrauen sind der Stoff, aus dem die Leipzigerin Ethel Scheffler ihr "Phantom der Oper" webte. In eine Welt der Szene-Kneipen und -Musik in Dresden-Neustadt entrührt schließlich Beate Baum in "Bunt, rot, tot". Eine großumjubelte Sängerin liegt plötzlich tot auf der Wiese - und ein Mörder geht um. Ganz nach der Vorgabe des Gmeiner Verlages lassen die Autoren ihre Morde an authentischen Orten spielen, was dem sächsischen Leser eine Art Vertrautheit gibt. Da kommt die Semperoper gleichermaßen vor wie die Vogtlandbahn, der Wernesgrüner Brauereihof wie das Dörflein Muldenberg, So mörderisch und verrucht die Phantasie der Mordsfrauen auch sein mag -ihr Alltag ist eher unspektakulär.

Maren Schwarz, studierte Betriebswirtin, Ehe- und Hausfrau sowie Dreifach-Mutter kam erst durch einen ausrangierten Laptop, den ihr Mann eines Tages als Geschenk anschleppte, zum Krimi-Schreiben. Fünf Krimis und etliche Kurzgeschichten,' sind bisher darauf entstanden. Ethel Scheffler, die sich tagsüber als Hausmeisterin mit nörgelnden Mietern herumschlägt, nutzt jede freie Minute zum Schreiben und würde so manchem Mieter eines ihrer Mordsrezepte verpassen. Beate Baum, eigentlich aus dem Ruhrgebiet stammend, seit Jahren aber in Dresden lebend, wollte sich: 1991 vor dem Schreiben ihrer Magisterarbeit drücken - und schrieb stattdessen erst mal einen Krimi. Dabei ist es bei der freien Journalistin bis heute geblieben. "Mordssachsen" ist bei weitem aber nicht nur dieses Frauen-Trio. 19 Autoren mit mehr oder minder spannenden Episoden sind in der Anthologie vereint. Die amüsanteste und schwärzeste der Geschichten, und deshalb auch zum Siegerkrimi gekürt, ist Mario Ulbrichs "Knöllchenkrieg".

Vogtland Anzeiger 30.04.2007 (Text: cze)



Ein Maden-Nomade zwischen zwei Tatorten

Auftakt der Ostdeutschen Krimitage:
Vortrag des Kriminalbiologen Mark Benecke im ausverkauften HBK-Pathologie-Hörsaal trifft den Nerv des Publikums

Petra Steps

Zwickau. Kurz vor 16 Uhr auf dem Zwickauer Hauptbahnhof: Die Krimiautorin Claudia Puhlfürst wartet auf Mark Benecke, den aus Film und Fernsehen bekannten Kriminalbiologen und Fachmann für forensische Insektenkunde, der die restlos ausverkaufte Eröffnungsveranstaltung der zweiten Ostdeutschen Krimitage im historischen Pathologiehörsaal des Heinrich-Braun-Krankenhauses bestreiten wird. Noch nicht wissend, wie locker-entspannt sich der Gast gibt, zückt sie heimlich die Kamera…

Benecke, direkt von einem Tatort in Franken kommend, ist von der Fahrt mit dem Pendolino "seekrank" und schimpft auf die Technik. Essen kann er nichts, aber ein kühles Bier beim Prager Wenzel, direkt neben dem Dom, das findet er toll. Locker erzählt er von seiner Heimatstadt Köln, von den vielen Orten, an denen er 300 Tage im Jahr zu Gast ist und stellt Vergleiche zwischen den Regionen und Menschen an. "Ich hab mal einen Bayern gefragt, ob er wirklich meint, dass sein Dialekt besser ist als Sächsisch", erklärt er genau so überzeugend wie die Auffassung, dass alle Getöteten das gleiche Recht auf Aufklärung "ihrer" Tat haben, egal ob arm oder reich, ob Deutscher oder Ausländer… Schon geht es weiter zum Krankenhaus. Dort fasst er seine Begeisterung für den Hörsaal in Worte: "Wenn ich Geld hätte, würde ich ein Institut mit genau so einem Saal bauen. Hier kann man alles wunderbar demonstrieren. Das gibt es nur noch in wenigen Städten." Das sagt er noch mehrmals, wohl wissend, dass am Geld schon manch gute Idee gescheitert ist.

Im Vortrag geht es nicht nur um Maden, Leichen und Wissenschaft, der Gast gibt viel von seiner Person preis, outet sich als echter Wessi, der nicht weiß, wann viertel Zehn ist, nur dass er da weg muss: der nächste Tatort wartet . "Ich bin kein Arzt, kein Pathologe, kein Polizist, kein Soldat, habe noch nie geschossen, besitze kein Auto, ja nicht mal einen Führerschein", gesteht er. Er bricht eine Lanze für Polyesterklamotten inklusive Unterwäsche, und sorgt für erstaunte Gesichter, weil er abergläubisch ist und beim Schlafen nie die Beine aus dem Bett hängen lässt. Zwölf Stunden Arbeit ohne Pause am Tatort sind für ihn normal. An allem sei zu zweifeln und Kinder sind für ihn schon deshalb großartig, weil sie immer "warum" fragen und nicht festgelegt sind. Kaum zu glauben, dass er erst 36 Lenze zählt, denn bei der Fülle von Fakten und Erfahrungen, mit denen er die Zuhörer in affenartiger Geschwindigkeit bombardiert, drängt sich der Gedanke an die Lebensweisheit des Methusalem auf.

Gisela Buß aus Zwickau hatte gemeinsam mit vielen anderen mehr als eine halbe Stunde an der Kasse ausgeharrt. Am Ende füllten die Veranstalter jeden freien Platz einschließlich der Treppenstufen. "Das Warten hat sich gelohnt. Der bringt das so interessant rüber, kein bisschen trocken. Wann kommt er wieder?", fragte sie am Ende der Veranstaltung. Da drängelt schon Claudia Puhlfürst, die Mark Benecke der begeisterten Menge fast entreißen und zum Zug bringen muss. Einem Nomaden ähnlich, mit einer Unmenge Ausrüstung am Gürtel und ganz wenig Gepäck verabschiedet er sich mit einem "Auf Wiedersehen" und meint das ernst – vielleicht zu den dritten Ostdeutschen Krimitagen.

Freie Presse 28.04.2007 (Text: Petra Steps)



Mords-Abend

 

Im Rahmen der 2. Ostdeutschen Krimitage lesen Claudia Puhlfürst aus "Rachegöttin" und Günther Zäuner aus "Kokoschanskys Dämon". Der österreichische Journalist Kiki ist einem Serienkiller names 666 auf der Spur, nachdem eine kleine Wiener Kirche explodierte. Terror oder Rache, der beides? Der Zorn der "Rachegöttin" richtet sich sowohl auf Personen aus dem Leben der Christiane Pfanns als auch auf die eigens von ihr engagierten Privatdetektive.

Mords-Abend, 19:30 Uhr
Landgericht Zwickau

Stadtstreicher Mai 2007


 


"Und das ist noch nicht das Ende"

Krimitage auf Expansionskurs - Petra Steps im Interview

Petra Steps

Mit 17 öffentlichen Veranstaltungen und zusätzlich rund einem Dutzend in Zusammenarbeit mit Schulen haben die Ostdeutschen Krimitage, die heute Abend in Zwickau beginnen, bei ihrer zweiten Auflage fast Festival-Charakter entwickelt. Neben der Zwickauerin Claudia Puhlfürst laufen bei Petra Steps aus Netzschkau die Fäden für die Veranstaltungen zusammen. Tino Beyer hat mit ihr gesprochen.

Freie Presse: Nach einer Krimi- Lesenacht im Schloss Netzschkau und einigen Lesungen in Zwickau sind die Krimitage heuer kräftig expandiert.

Petra Steps: Ja, und das ist noch nicht das Ende. Wir haben Anfragen aus Dresden, Leipzig, Bautzen und Flauen. Nächstes Jahr mischt mit Romy Fölck aus Leipzig zudem eine weitere Frau im Organisationsteam mit. Sie ist richtig gut drauf, mit ihr kann man etwas bewegen. Aus dem mörderischen Duo wird ein Trio.

Freie Presse: Alk Veranstaltungsorte liegen in Sachsen. Warum nennt man die Krimitage dann nicht Sächsische? Ost und West, eigentlich sind es die meisten doch mittlerweile leid...

Steps: Es gab in den 9oer Jahren schon mal Sächsische Krimitage, das wollten wir nicht kopieren. Dann gibt es etwas Ähnliches an vielen Orten, zum Beispiel in München. Hätten wir Sachsen im Namen, gebe es bestimmt bald Probleme, denn Thüringen ist nah, und es bestehen ja auch Kontakte in die Cottbusser Ecke, also nach Brandenburg. Ob dort irgendwann auch Veranstaltungen stattfinden, hängt vor allem von den Autoren vor Ort ab. Organisieren können wir nicht alles, unter dem Namen zentral bewerben schon.

Freie Presse: Die Krimis haben regionalen Bezug. Wurde schon mal darüber nachgedacht, den jeweiligen Dialekt einfließen zu lassen?

Steps: Für die Geschichten selbst halte ich es für problematisch, denn die Bücher lesen ja Leute, die nicht jeden Dialekt beherrschen. Und mal ehrlich: Würde Sie so etwas begeistern? Der Leser soll's ja verstehen. Bei Lesungen bringen die Autoren oft ein Stück ihre Mundart mit ein. Man könnte in Netzschkau beispielsweise mal eine Fränkische Kriminacht veranstalten mit entsprechenden Autoren. Dann wird hier natürlich auch Fränkisch zu hören sein.

Freie Presse 25.04.2007 (Interview: Tino Beyer, Foto: Franko Martin)


 


Mords-Sachsen lesen

2. Krimitage - Präsentation und Auszeichnung 11. Mai

Die Sachsen sind bekanntlich helle, die Zwickauer sind da gewiss keine Ausnahme, deswegen werden sie sich garantiert kein mörderisches Vergnügen durch die Lappen gehen lassen. Vor allem wenn's nichts kostet. Dazu noch Häppchen und was zum Nachspülen inklusive, Und das alles zur Präsentation und Auszeichnung der Preisträger der Anthologie "Mordssachsen".

Vor einem Jahr wurden Hobby-Detektive und Kurz-Krimi-Schreiber zu einem sächsischen Krimi-Wettbewerb aufgerufen. 71 folgten dem Aufruf und reichten ihre Kurzkrimis mit lokalem Kolorit ein. 19 Geschichten schafften es in die Mords-Sachsen-Anthologie.

Am 11. Mai, dem "Mords-Freitag", werden elf Autoren ab 19.30 Uhr im Autohaus LUEG ihre mörderischen Geschichten erstmalig dem Zwickauer Publikum vorstellen. Unter ihnen auch der "Ersttäter" Frank Dörfelt, ein Zwickauer Journalist. Er geht den Spuren hinter Schlossmauern nach.. Dabei handelt es sich um die Mauere des Schlosses Osterstein. Mehr verraten wir nicht. Das soll der Autor bitte schön selber tun. Verraten können wir aber, dass er schon ganz schön nicht nur vom Krimi- sondern auch vom Lampenfieber betroffen ist. Daran ist er wohl nicht ganz unschuldig. Immerhin sitzt er mit seinen schreibenden Kollegen nicht auf einer Anklagebank, auch wenn die Zwickauer garantiert ihr eigenes Urteil zu den Erst- und Wiederholungstätern fällen werden.

Der bekannte Wiederholungstäter, der Freie-Presse-Redakteur Mario Ulbrich, wird für seinen "Knöllchenkrieg" mit dem 1. Preis geehrt. (Mehr über sein Verhältnis zu Politessen auf der Seite 10.) Wer an diesem Abend noch nicht genug von Mord- und Totschlag im schönen Sachsen hat, kann am 22. Mai ab 19.30 Uhr einen Mords-Abend im Landgericht Zwickau mit Lokal-Matadorin Claudia Puhlfürst und Günther Zäuner aus Wien verleben.

Erlebnis Zwickau Mai 2007 (Text: Ludmilla Thiele)


 


Redakteur gewinnt mit Knöllchenkrieg

Zwickauer Politessen dienten als
abschreckendes Beispiel für den besten Kurzkrimi

Mario

Der Freie-Fresse-Redakteur Mario Ulbrich gewann den Mords-Sachsen-Krimi-Wettbewerb. Ludmila Thiele sprach mit dem Journalisten- Kollegen.

Mario, in deinem Kurz-Krimi zettelt eine Chemnitzer Politesse den Knöllchenkrieg an, ohne die Folgen zu ahnen. Wie ist dein Verhältnis zu Politessen?

Mario Ulbrich: Problematisch. Die finden mein Auto immer dann, wenn der Parkschein gerade abgelaufen ist. Die Chemnitzer Politessen sind aber gar nicht so übel Sie kommen nur ein- oder zweimal am Tag, nicht zweimal pro Minute. Die Zwickauer Politessen sind da wesentlich grausamer. Tatsächlich sind Zwickauer Politessen das Vorbild für die Figur aus meiner Geschichte. Ich habe die Story nur nach Chemnitz verlegt, weil ich hier in Zwickau ja noch irgendwann einmal parken will.

Die Freie-Presse-Leser wissen, dass du unter anderem als Gerichtsreporter agierst. Im "Knöllchenkrieg" schreibst du, dass "die meisten Reporter ein ähnlich problematisches Leben führen wie Arno Hundtsack" -ein ausgemergelter Privatdetektiv, der "für seine Arbeit lebte und nur von Koffein, Nikotin und Alkohol zusammengehalten wurde". Ausgemergelt siehst du nicht gerade aus. Wie ist es mit den anderen Lastern?

Mario Ulbrich: Ich rauche nicht und trinke wenig. Sollte ich vielleicht tun, um abzuspecken. Ich dachte bisher immer, um schlank zu bleiben reicht es, ständig auf der Flucht vor Politessen zu sein.

Was führst du literarisch als nächstes im Schilde?

Mario Ulbrich: Ich bin fast mit dem zweiten Wachtmeister-Drombusch-Roman fertig: "Die Pyramiden von Tief-Ost". Darin werden die Chaos-Polizisten aus dem Revier Tief-Ost in die Suche nach dem Bemsteinzimmer hineingezogen. Danach - mal sehen. Falls sich meine Fantasykomödie "Der Drachentöter" ordentlich verkauft, wird es da vielleicht eine Fortsetzung geben. Auch einen ernsthaften Krimi habe ich im Kopf und eine neue Krimigeschichte, die so blutig und nihilistisch ist, dass sie garantiert keinen Preis gewinnen wird.

Erlebnis Zwickau Mai 2007 (Interview: Ludmila Thiele)


 


Maden und Würmer sind sein Geschäft

Kriminalbiologe Mark Benecke über seine ungewöhnliche Arbeit

Mark Benecke

(Zwickau). Beinamen hat er einige: "Quincy von Köln", "Kommissar Schmeißfliege" oder "Madendoktor". Korrekt ausgedrückt ist Dipl. Biologe Dr. rer. medic Mark Benecke ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverstandiger für die Sicherung, Untersuchung und Auswertung von biologischen Spuren. Im Klartext: Mark Benecke ist Kriminalbiologe. Seine Arbeit, beginnt' dort, wo die Polizei an ihre Grenzen stößt. Egal wo auf der Welt gemordet wird - Benecke ist immer im Einsatz. Seine Handynummer haben die Ermittler in New York, Manila, Bogota und Bukarest inzwischen ebenso eingespeichert wie die in München, Hannover oder Berlin, denn der 36-jährige gebürtige Rosenheimer gehört zu jenem halben Dutzend Experten, die sich weltweit auf einen bizarren Fachbereich der Kriminalistik spezialisiert haben: die forensische Entomologie, die mit Hilfe von Insekten Hinweise auf Liegezeit, Todesursache und -umstände feststellt. Benecke, der auch Autor zahlreicher Bücher ist, berät unter anderem das FBI und unterrichtet mehrfach im Jahr Studenten aus aller Welt, Zu sehen ist der Herr der Maden unter anderem in Femsehserien wie "Medical Detectives", wo er Hintergründe seiner Arbeit verständlich erklärt.

So richtig bekannt wurde Benecke, der damals in NewYork arbeitete, 1998, als er sein Gutachten im "FallGeyer" ablieferte und damit den Pastor von Beienrode, der sich schon auf der sicheren Seite wähnte und weiter leugnete, anhand von Maden des Mordes überführte. Der Pastor schien ein Alibi zu haben. Doch der Insektenforscher konnte, nachdem er die gefundenen Maden zerlegt und dabei das Mundwerkzeug vom Rest der Tierchen getrennt hatte ("Das ist ungefähr so schwer wie ein EI mit einer Bagger schaufel zu köpfen") feststellen, dass die Frau zu einem anderen Zeitpunkt starb, an dem der zu acht Jahren Haft verurteilte Pastor kein Alibi hatte. Doch das interessiert Benecke wenig. "Ich habe da keine Emotionen. Sobald ich damit anfange, kann ich gleich nach Hause gehen", Etwas Gruseliges kann er an seinem Job nicht entdecken. "Mich interessieren Spuren auf den Leichen - nicht die Leichen selbst".

2002 folgte ein weiterer Höhepunkt. In Moskau sollte er Hitler im wahrsten Sinne des Wortes auf den Zahn fühlen- Im dortigen Staatsarchiv wollte man wissen ob sich der deutstile Diktator tatsächlich erschossen oder mit Zyankali vergiftet hat. Doch der eindeutige Nachweis konnte nicht mehr geführt werden Benecke fand Indizien für den Tod durch die Kugel. Zum Gift konnte er keine Angaben machen.

Einen Fall ablehnen würde er nie Doch im "Alltagsgeschäft", so glaube Benecke, werden Spuren oft nicht wahrgenommen. Von 99,9 Prozent der potenziellen Fälle erfährt er erst gar nicht, was Ermittlungen unter Umständen wesentlich erschwert So bleiben ihm nur die spektakulären Fälle.

Am Donnerstag kommt Mark Benecke nach Zwickau. Allerdings nicht wegen eines Mordfalls, sondern um Einblicke in seine Arbeit zu geben. Ab 19 Uhr hält er, bezeichnenderweise im historischen Pathologiehörsaal des Heinrich Braun-Krankenhauses, einen Vortrag. Und wie immer wird der Kriminalbiologe sein Publikum in die zumindest anfängliche Mischung aus Ekel und Faszination mit einbeziehen. Mit der Veranstaltung werden gleichzeitig die zweiten Ostdeutschen Krimitage eröffnet, die bis zum 30. Juni zwischen Bad Elster und Lichtenstein zahlreiche spannende Höhepunkte versprechen.

Wochenspiegel 25.04.2007 (Text: Frank Dörfelt)


 


Mordsgeschichten lassen das Blut gefrieren

2. Ostdeutschen Krimitage in Westsachsen starten am Donnerstag - Mehrere Veranstaltungen im Vortlang geplant

Autoren

Netzschkau/Zwickau. Noch haben in Westsachsen die 2. Ostdeutschen Krimitage nicht richtig begonnen, da wird schon auf die nächste Auflage 2008 verwiesen: "Der Vortrag von Doktor Mark Benecke am Donnerstag in Zwickau ist ausverkauft. Aber der Pathologe mit Spezialgebiet forensische Entomologie wird 2008 im Vogtland einen Vortrag halten", sagt Claudia Puhlfürst. Die Zwickauerin organisiert die Tage gemeinsam mit Petra Steps aus Netzschkau. Das Besondere an Beneckes Arbeit: "Er untersucht die Insekten" die, sich an Leichen festsetzen und vermehren. Das Interesse daran war beim Publikum sehr groß", erklärt Puhlfürst.

Die Lesungen, Ausstellungen, Wettbewerbe und Kriminächte stehen heuer unter dem Motto "Mordssachsen" und dauern bis in den Juni. Im Vogtland sind Veranstaltungen in Reichenbach, Netzschkau, Auerbach, Bad Elster und Landwüst geplant. Die Zahl der Veranstaltungen im Vergleich zur ersten Auflage 2006 hat sich von fünf auf 20 vervierfacht. "Voriges Jahr war die Geschichte geteilt. Da gab es die Kriminacht im Netzschkauer Schloss und vier Veranstaltungen in Zwickau", so Puhlfürst, die der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Krimiautoren vorsteht und mehrere Krimis veröffentlich hat. Da für die Frau die Organisation allein nicht mehr machbar war und sie als Privatperson keine Fördermittel beantragen konnte, hat sie sich den Förderverein des Schlosses Netzschkau ins Boot geholt. Die Veranstaltunssorte im Vogtland haben sich laut Puhlfürst zum Teil selbst angeboten. Neben dem Schloss gehören dazu auch die Kulturtenne von Landwüst und die Nicolaikirche Auerbach.

Das Besondere der Reihe ist nach den Worten von Puhlfürst, dass es sich nicht "nur" um Lesungen handelt. "Die Mischung aus literarischer Qualität und Spannung, dem besonderen Flair ausgesuchter Veranstaltungsorte, passender musikalischer Umrahmung und Ergänzung durch bildende Kunst hat sich in der Region einen Namen gemacht." Zu den Autoren, die bei den Krimitagen zu erleben sind, zählen die "Freie Fresse"-Redakteure Jens Eumann (liest bei einer internen Veranstaltung des Zwickauer Peter-Breuer-Gymnasiums) und Mario Ulbrich (18. Mai in Bad Elster, 16. Juni in Netzschkau).

Freie Presse 24.04.2007 (Text: Lutz Hergert)


 


Mörderische Leselust und Gaumenfreuden

2. Ostdeutsche Krimitage vom 26. April bis zum 30. Juni - Hörsaal, Theater, Schloss, Gericht und Bibliothek sind Tatorte in Westsachsen 

Unerhörtes und Spannendes, Leckeres und Unappetitliches -dies und viel mehr bieten die 2. Ostdeutschen Krimitage auf, die ah Donnerstag in Westsachsen für Nerven- und Gaumenkitzel sowie wohliges Grauen sorgen wollen.

Chemnitz. 18 Taten von 23 Tätern an 12 Tatorten - das sind die statistischen Spuren, die die 2. Ostdeutschen Krimitage ausgelegt haben; Was mit dem "Mordsfrühling" in Zwickau und einer Krimmacht auf Schloss Netzschkau im vergangenen Jahr begann, präsentiert sich nun als "mörderisches" Festival vom 26. April bis zum 30. Juni in Westsachsen und ist somit das größte seiner Art im Osten Deutschlands.

Ob der Kriminalbiologe Mark Benecke am Donnerstag den spannenden Reigen eröffnet, ein Kriminalhauptkommissar Tipps zum Schutz des Eigentums vermittelt oder ein Muttertags-Krimi zu Kaffee, Kuchen und Bläser-Quintett-Musik serviert wird - die "Verbrecher" des Krimifestes erweisen sich als äußerst fantasievoll. Das Interesse für die Auftaktveranstaltung mit dem "Madendoktor" war bereits so groß, dass es in diesem Jahr leider keine Karten mehr gibt. Aber Claudia Puhlfürst, Zwickauer Autorin und Mitorganisatorin der Krimitage, verspricht, den Forensiker im kommenden Jahr erneut einzuladen. Gelockt werden also soll das Publikum in einen Pathologie-Hörsaal, ins Landgericht, ins Theater, in eine Bibliothek, in ein Autohaus und auf ein Schloss, bei Tag und bei Nacht. Doch bei aller Vielfalt: Vor allem wird gelesen.

"Mords-Sachsen" heißt ein Taschenbuch mit Regionalkrimis, das im Mittelpunkt der Ereignisse steht. Denn nicht allein, dass am 11. Mai ab -19 Uhr im Zwickauer Autohaus Lueg, Schubertstr. 1, bei freiem Eintritt zehn Autoren Texte daraus zum Besten geben - an diesem Mords-Freitag werden auch die Preisträger des Krimiwettbewerbes gekürt, zu dem der Gmeiner-Verlag aufgerufen hatte, um die besten dunklen Seiten Sachsens dann zwischen Buchdeckeln zu versammeln. Wobei ein knallharter Chemnitzer "Knöllchenkrieg" den Sieg in dem Wettstreit davontrug, geschrieben von Mario Ulbrich, Redakteur der "Freien Presse". Dass sich schaurige Leselust und Gaumenfreuden wunderbar vereinbaren lassen, soll im Vogtländischen Freilichtmuseum Landwüst demonstriert werden, wo es neben literarischer Kost auch ein mörderisch leckeres Gericht gibt. Gefolgt von Mord und Totschlag im König Albert Theater in Bad Elster. Das Publikum darf mit ermitteln und sich schließlich an einem Leichenschmaus laben. Und weil Schloss Netzschkau im vergangenen Jahr eine prächtige Kulisse bildete für eine Krimmacht, gibt es diesmal gleich ein Nachschlagdoppel: Eine Kinder-Krimi-Grusel-Nacht sorgt am i. Juni von 18 bis 22 Uhr für Gänsehaut, und gleich zehn Autoren veranstalten am 16. Juni ab 18.30 Uhr ein Mordsspektakel für Erwachsene in dem altehrwürdigen Gemäuer.

Mords-Duo
In unschuldigem Weiß zeigt sich Schloss Netzschkau auf den ersten Blick, doch während der Krimitage gibt es hier u. a. eine Kinder-Krimi-Grusel-Nacht und ein Mords-Spektakel für Erwachsene - vom Keller bis zum Dach. Auch "mörderische" Karikaturen von Ralf Alex und Alexander Fichtner werden gezeigt.

Service

Krimitage: 26. April bis 30. Juni in Westsachsen.
Info-Telefon; 03765 305199.

www.mordssachsen.de

Buch: "Mords-Sachsen". Herausgegeben von Claudia Puhlfürst und Petra Steps. Gmeiner-Verlag. 284 Seiten. 9,90 Euro. ISBN 978-3-89977-718-5. Erhältlich in allen "Freie-Presse"-Geschäftsstellen und im Internet.

www.freiepresse.de  

Freie Presse 24.04.2007 (Text: Uta Trinks)


 


Sachsen von der Mordlust gepackt

Netzschkau (rw). Dem Täter immer dicht auf den Fersen sind die Autoren bei den 2. Ostdeutschen Krimitagen, die am Donnerstag 19 Uhr im Pathologiehörsaal des Heinrich-Braun-Krankenhauses in Zwickau starten. Diese Mordssache ist ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Krimiautoren unter der Leitung von Claudia Puhlfürst aus Zwickau und dem Förderverein Schloss Netzschkau. Die erste Veranstaltung im Vogtland gibt es am Freitag, 20 Uhr, in der Nicolaikirche in Auerbach. Lesen wird das Autoren-Trio Maren Schwarz, Ethel Scheffler und Beate Baum aus der Anthologie "Mords-Sachsen". Dazu gibt es Bilder von den Tatorten. Das Buch "Mords-Sachsen" spielt bei den Krimitagen eine zentrale Rolle. Darin enthalten sind 19 Geschichten", erzählt Herausgeberin Petra Steps. Im vergangenen Jahr gab es dazu eine Ausschreibung, an der sich über 70 Autoren beteiligt haben. Im Schloss Netzschkau startet am 2.Mai, 18 Uhr, die Ausstellung "Mords Bilder" - Illustrationen und Karikaturen von Ralf Alex Fichtner. Und so gibt es viele verschiedene Räume, die bis zum 30. Juni zum Tatort werden. Näheres unter: www.mordssachsen.de. Vermutlich wird es nächstes Jahr auch in Leipzig, Dresden und Bautzen Veranstaltungen geben.

Blitz 22.04.2007 (Text & Foto: Ralf Wendland)



Jetzt wird´s kriminell

2. Ostdeutsche Krimitage

Der Countdown läuft: Vom 26. April bis zum 30. Juni werden mehr als 20 Autoren in Westsachsen und im Vogtland an verschiedenen "Tatorten" ihre Kriminalgeschichten vorstellen. Die 2. Ostdeutschen Krimitage starten gleich mit einem Höhepunkt. Im historischen Pathologiehörsaal des Heinrich-Braun-Krankenhauses Zwickau wird der als "Madendoktor" bekannte forensische Biologe Dr. Mark Benecke Einblicke in seinen Berufsalltag gewähren. Auch die Zwickauerin Claudia Puhlfürst zählt zu den "mordlüsternen" Sachsen. In ihren Krimis lässt die ehemalige Biologielehrerin vornehmlich Kinder verschwinden, Leichen zerteilen und vergiftete Speisen zum Einsatz kommen. Die Autorin wird unter anderem im Vogtländischen Freilichtmuseum Landwüst gemeinsam mit Uwe Schimunek und Romy Fölck zu erleben sein, wenn sie Kurzkrimis und Auszüge aus ihren kriminellen (Un-)Toten liest und ein Koch für mordsleckere Gerichte sorgt. Wer sich schon vorab mit passender Lektüre einstimmen will, dem sei die Anthologie "Mordssachsen" empfohlen. Die Sammlung von Kurzkrimis ist bei der Freien Presse erhältlich und wird am 11. Mai im Zwickauer Autohaus LUEG zusammen mit dem Preisträger des Kurzkrimi-Wettbewerbs "Mordssachsen" präsentiert. Absoluter Höhepunkt des Festivals wird das "Mords-Spektakel" am 16. Juni in den Zimmern des Netzschkauer Schlosses sein. Zur zweiten Auflage der erfolgreichen Sächsischen Kriminacht werden dort zehn Autoren in mehreren Staffeln ihre spannenden Geschichten lesen.

Blitz Chemnitz 15.04.2007 (Text: Jutta Müller)


 


Mörderisch Sächsisch

Ganz ehrlich, wer hätte den Sachsen zugetraut, dass sie Mords-Sachsengemein und hinterhältig sind? Dresden, Leipzig, Annaberg und Oberwiesenthal - all das sind Tatorte, an denen Menschen auf mysteriöse Weise verschwanden oder als Leichen wieder auftauchten - ertränkt, vergiftet, verbrannt. Zumindest ist das in der gerade erschienenen Krimi-Anthologie "Mords-Sachsen" der Fall. Ihr war ein gleichnamiger Kurzkrimiwettbewerb vorangegangen, dessen drei Gewinner, ebenso wie 16 weitere, zum Teil bekannte Schriftsteller, die Autoren dieses Buches sind. Krimi für Krimi ist unglaublich spannend. Nicht nur durch die Bekanntheit der Orte und Szenerien, sondern auch durch die gute Schreibe seiner Autoren.

Mords-Duo

"Mords-Sachsen" von Claudia Puhlfürst und Petra Steps (Hrsg.),
Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-89977-718-5, 9,90 Euro 

Prinz Leipzig 28.03.2007 (Text: map)


 


Praktikable Morde mit Lokalkolorit

Bei Krimi-Autorin Franziska Steinhauer und Jochen Senf, dem langjährigen Tatort-Kommissar Max Palu, prallen während der LVZ-Krimi-Nacht "Von Tatort zu Tatort" am Samstagabend Welten aufeinander. Während sich der 64-Jährige schon seit Jahren gegen häusliche Gewalt engagiert, geht es in "Wahre Liebe", jener Kurzgeschichte aus der Krimi-Anthologie "Mords-Sachsen", die die Cottbuserin unter der LVZ-Kuppel vorträgt, genau darum. Eine Leipzigerin fesselt darin ihren Mann und seine Geliebte im Keller. Aus Rache knipst sie dem Gatten jeden Tag einen Finger mit dem Seitenschneider ab – bis keiner mehr übrig ist.

"Männer, schafft am Besten alle Handwerkzeuge aus dem Haus", ruft Senf ins Publikums. Steinhauer, die sich "praktikablen" Morden mit Haushaltswaffen verschrieben hat, kennt jedoch keine Gnade: "Bei einer Affäre des Ehemanns hat jede Frau Lust auf Mord." Dass auch Senf schaurig-schöne Geschichten erzählen kann, hat der Schauspieler mit seinen fünf Romanen um den Rechtsanwalt Bruno Paul bereits bewiesen. Sein jüngstes Werk heißt "Nichtwisser" und ist nicht weniger fesselnd als seine Vorgänger, geht es doch darin um einen verstört-fanatischen Ich-Erzähler, der die Inzest-Beziehung zu seiner Mutter nie richtig verarbeiten kann. Im Kapitel, aus dem der Saarländer am Samstag liest, gebe es zwar noch keine Toten, "danach aber umso mehr", so Senf. Auch wenn Moderator Hartwig Hochstein sagt, dass es "im Krimi nicht zu lange dauern darf, bis die erste Leiche kommt", ist Senfs Roman an diesem Abend ein Verkaufsschlager. Um auch den "Mords-Sachsen" einen reißenden Absatz zu bescheren, lesen die beiden "Mörderischen Schwestern" Claudia Puhlfürst und Maren Schwarz aus ihren Geschichten "Ein Silberstreif am Horizont" und "Erichs allerletzte Rache" mit erzgebirgischem Lokalkolorit.

"Der regionale Bezug ist für die Popularität hilfreich", sagt Armin Gmeiner, in dessen Verlag sowohl das Buch Senfs als auch die der drei Autorinnen erschienen sind. "Das wesentliche Element bei einem guten Krimi ist aber immer das Thema, also eine gute Geschichte zu erzählen", betont Gmeiner. Auch wenn bei beiden von Senfs Berufen als Fernsehdarsteller und Schriftsteller eine gute Geschichte wichtig ist, so seien die Jobs doch nicht zu vergleichen. "Schauspielerei ist Teamarbeit, Schreiben hingegen eine einsame Angelegenheit", erklärt das Multitalent. Das Schreiben sei für ihn deshalb immer auch eine Form der Entspannung. Als Hartwig Hochstein fragt, ob man diese Art entspannender Tätigkeit mit der des Computerspielens vergleichen könne, widerspricht Senf vehement und verteufelt alle Video-Spiele. "Schreiben ist etwas Kreatives, damit haben diese Spiele nichts zu tun", poltert Senf unter Applaus des Publikums. Schade, dass nur wenige junge Besucher den Weg unter die LVZ-Kuppel gefunden haben. Ansonsten wären wohl erneut zwei Welten aufeinander geprallt.

Leipziger Volkszeitung 26.03.2007 (Text: Robert Nößler)


 


Mörderisch gute Stories

Futternachschub für Leseratten bei Ludwig-Buch

Tolle Lese-Ideen gibt es in der Buchhandlung auf dem Querbahnsteig zu jeder Jahreszeit. Klar, dass also auch zu Ostern viele Tipps parat liegen.

So gibt es viele Bücher rund um das Thema Ostern: Angefangen bei Tipps rund ums Schmücken, Kochen, Backen bis hin zu lustigen Ostergeschichten. Daneben jedoch haben die Experten von Ludwig jede Menge mörderisch gute Stories auf Lager. Ein besonderer Tipp ist beispielsweise "Mordssachsen", herausgegeben von Claudia Puhlfürst und Petra Steps. Sie sammelten 19 spannende wie furchterregende Kriminalgeschichten aus Sachsen. Erzählt werden diese von namhaften "Wiederholungstätern" und vielversprechenden Nachwuchstalenten.

Die Originalausgabe erschien im Gmeiner-Verlag und ist für nicht einmal zehn Euro erhältlich. Am besten gleich in der Buchhandlung oder auf dem Ostermarktstand vorbeischauen und ein Exemplar sicherstellen. Egal ob zum Verschenken oder lieber Selberlesen.

Leipziger Volkszeitung 24./25.03.2007


 


Nervenkitzel und der Blick hinter Vorhänge

Zwickauer Autorin Claudia Puhlfürst über "Mords-Sachsen"
und die 2. Ostdeutschen Krimitage vom 26. April bis 30. Juni

Claudia Puhlfürst

Zwickau. Für gewöhnlich gelten die Sachsen als gemütlich. Doch einige Vertreter der schreibenden Zunft zeigen jetzt, dass das Völkchen auch eine dunkle Seite hat "Mords Sachsen" heißt ein Band mit 19 Kurzkrimis, der auch bei den 2. Ostdeutschen Krimitagen vom 26. April bis zum 30. Juni in Westsachsen eine wichtige Rolle spielt. Claudia Puhlfürst ist Mitautorin und -herausgeberin der Anthologie, aus der sie heute auf der Leipziger Buchmesse liest, sowie Mitorganisatorin des "mörderischen" Festivals. Die Zwickauer Schriftstellerin beantwortete Fragen, die UtaTrinks stellte.

Freie Presse: Regionalkrimis stehen in der Gunst der Leser hoch im Kurs, Tendenz steigend. Worin, glauben Sie, liegt deren besonderer Reiz?

Claudia Puhlfürst:
Der Leser kennt seine Gegend, ihre regionalen Besonderheiten, die Menschen, die hier leben und ihre Eigenheiten. Und er erkennt sie in den Geschichten wieder. Zu den geschilderten Orten entstehen so im Kopf sofort die passenden Bilder. Manch einer Person aus dem Buch vermeint man, schon selbst einmal begegnet zu sein, manche Situation hat der Leser schon selbst erlebt.

Freie Presse: Sie selbst sorgen als Autorin für Gänsehaut beim Leser. Was zeichnet für Sie einen guten Krimi aus?

Puhlfürst: Spannung bis zum Schluss; lebendige, glaubwürdige Figuren; Schilderungen, die dem Leser ein Bild der Situation vermitteln; psychologische Hintergründe.

Freie Presse: Was fasziniert Sie am Genre der Kriminalliteratur?

Puhlfürst: Mich faszinieren in den Büchern, aber auch im wahren Leben Menschen, die nicht richtig ticken, Psychopathen, Soziopathen, das kranke Hirn … Zusätzlich bietet ein guter Krimi: ein Bild der Gesellschaft, Bezüge zur Religion, zur Landschaft, Menschen mit ihren Problemen, einen Blick hinter die Vorhänge so manchen Hauses, manchmal auch Nervenkitzel beim Mitraten, wer der Täter sein könnte, wie in klassischen Krimis von Agatha Christie etwa.

Freie Presse: Worauf kann sich das Publikum besonders freuen bei den 2. Ostdeutschen Krimitagen?

Puhlfürst: Ich wage es gar nicht, auf unsere Auftaktveranstaltung mit dem berühmten "Madendoktor" Mark Benecke hinzuweisen, da sie schon fast ausverkauft ist. Für alle, die keine Karten mehr bekommen, versprechen wir, ihn nächstes Jahr wieder einzuladen. Wichtig ist auch die Veranstaltung am 11. Mai, bei der elf Autoren aus der Anthologie "Mords-Sachsen" lesen und die Preisträger der Anthologie prämiert werden. Freunde interaktiver Theaterinszenierungen können nach Bad Elster kommen. "Mörderisch lecker" wird es in Landwüst, mit Kurzgeschichten und kriminellen Gerichten. Und wieder gibt es die Lange Kriminacht im Schloss Netzschkau.

Freie Presse: Lesungen aus Krimis haben ja eine Tücke - man darf nicht zuviel Verraten, will man dem Publikum die Neugier aufs Lesen nicht kaputtmachen. Wie weit lassen Sie sich von Zuhörern herauslocken zu Informationen?

Puhlfürst: Das Ende des jeweiligen Krimis lese ich nie vor. Dies würde dem Leser die Spannung nehmen. Andere Informationen, z. B. zu authentischen Fällen, an denen ich mich oft orientier, zu Plots zukünftiger Bücher oder zu Hintergründen gebe ich gern preis.

Freie Presse: Im vergangenen Jahr gab es in Zwickau bereits einen "Mordsfrühling" und auf Schloss Netzschkau eine Kriminacht. Die 2. Ostdeutschen Krimitage präsentieren 18 Veranstaltungen. Stehen die Zeichen auf Wachstum.

Puhlfürst: So ist es, die Zeichen stehen auf Wachstum. Es gab im Osten bisher kein derartiges Krimi-Spektakel. Wir haben es voriges Jahr in Zwickau und Netzschkau aus der Taufe gehoben und uns 2007 zusammengetan, um unsere Kräfte zu bündeln und den Aufwand zu verringern. In Sachsen gibt es eine AG sächsischer Krimiautoren, die ich betreue, und seit einigen Jahren einen Krimistammtisch, der sich einmal im Quartal trifft. Außerdem bin ich die "Oberschwester Ost" der Mörderischen Schwestern ("sisters in crime"), einem Netzwerk von Krimifrauen. Wir alle lieben Krimis, selbst schreibend, lesend, rezensierend; und so eint uns die Faszination am Morbiden, am Düsteren.

Freie Presse: Können Sie selbst Krimis eigentlich noch aus purem Vergnügen lesen, oder haben Sie da auch immer als Profi ein Auge drauf, wie es die anderen angehen?

Puhlfürst: Nach meinem ersten Buch ("Kind vermisst") ging es mir tatsächlich so, dass ich die Krimis, die ich eigentlich zum Vergnügen gekauft hatte, mit anderen Augen las. Die "Männlein in meinem Kopf" sezierten Schreibstil, Sprache, Figuren, Szenen und analysierten, wie der andere Autor dies oder jenes beschrieben hat. Ich dachte: Du wirst nie wieder einen Thriller nur so lesen können. Zum Glück verging der analytische Blick recht schnell wieder. Trotzdem ergründe ich oft auch heute noch Szenen, die ich besonders gelungen finde.

Freie Presse: Haben Sie als Autorin von Anfang an den Ausgang einer Geschichte im Kopf, oder ergibt sich beim Schreiben manchmal eine jähe, für Sie selbst unerwartete Wendung?

Puhlfürst: Ich habe die Grundhandlung, die Tat und den Täter ziemlich genau im Kopf. Was sich oft erst während der Geschichte ergibt, sind Nebenhandlungen, Erlebnisse meiner Serienfiguren. Da fließen auch viele Dinge ein, die mir im täglichen Leben begegnen. Schon bei den ersten Kapiteln des ersten Buches musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass die Figuren ein Eigenleben entwickelten, so als seien sie zum Leben erwacht und setzten nun ihren eigenen Kopf durch. Ich weiß z. B. selbst noch nicht, ob meine beiden Detektive, Doreen und Norbert, irgendwann einmal ein Paar werden, was sich anscheinend nicht wenige Leser wünschen.

Service

Lesung bei "Leipzig liest": heute, 19 Uhr, Peterssteinweg 19. 2. Ostdeutsche Krimitage 26. April bis 30. Juni in Westsachsen.

www.mordssachsen.de

Buch: "Mords-Sachsen". Herausgegeben von Claudia Puhlfürst und Petra Steps. Gmeiner-Verlag. 284 Seiten. 9,90 Euro. ISBN 978-3-89977-718-5. Erhältlich in allen "Freie-Presse"-Geschäftsstellen und im Internet.

www.freiepresse.de  

Freie Presse 24.03.2007 (Interview: Uta Trinks)


 


Der Sachse lässt das morden nicht

In der Krimi-Anthologie "Mords-Sachsen" treffen sich Mörder, Polizisten, Detektive und jede Menge Opfer

Der Sachse liebt offensichtlich nicht nur das Reisen sehr, sondern auch das Morden. Zumindest, wenn man der im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimi-Anthologie "Mordssachsen" glauben darf, die 19 Geschichten von 21 sächsischen und nichtsächsischen Autoren vereint. Schauplätze sind unter anderem: Annaberg, der Fichtelberg, die Leipziger Moritzbastei, die Dresdner Bunte Republik Neustadt und eine Chemnitzer Seitenstraße. Gemordet wird aus Eifersucht, Liebe, Rachsucht, manchmal auch eher aus Versehen und manchmal auch gar nicht, was den Geschichten keinen Abbruch tut. Originell: Mario Ulbrichs "Knöllchenkrieg", erster Preisträger des mit der Anthologie verbundenen Krimi-Wettbewerbs. Die zwar etwas konstruierte Geschichte hat Charme und viel realistisches Chemnitzer Lokalkolorit - was jeder bestätigen wird, der in der Stadt schon mal einen Parkplatz gesucht und nicht gefunden hat. Derartige Krimi-Anthologien spiegeln immer sowohl die Entwicklung des Genres als auch die der Zeit und der Gesellschaft, in der sie handeln, wider. Was ersteres betrifft, so sind die Kurz-Krimis durchaus auf der Höhe des 21. Jahrhunderts: geschickt ausgedacht, mit oft überraschenden und manchmal frech-lakonischen Pointen (Claudia Puhlfürst, Ralf Alex Fichtner). Manche Story wird ein wenig zu lax erzählt - "Mattheis Plan" von Silke Tannhäuser-Gerstner etwa - immerhin geht es um Mord und Selbstmord, und das ist auch in Sachsen kein Spaß. Ansonsten wirken die Geschichten kaum realistisch, ob wohl doch die Gegenwart genug an kriminellen Vorbildern auf allen Gebieten des täglichen Lebens bietet. Trotz vieler regionaler Bezüge könnten die meisten Erzählungen überall handeln und werfen kaum ein besonderes, eben kriminelles Licht auf Sachsen. Die Frage, ob Sachsen anders morden, bleibt also unbeantwortet, dies allerdings spannend und unterhaltsam - und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder ermordeten Personen ist ja ohnehin rein zufällig...

"Mords-Sachsen". Herausgegeben von Claudia Puhlfürst und Petra Steps. Gmeiner-Verlag. 284 Seiten. 9,90 Euro. ISBN 978-3-89977-718-5.

Erhältlich in allen "Freie-Presse"-Geschäftsstellen und im Internet. www.freiepresse.de

Freie Presse 16.03.2007 (Text: Matthias Zwarg)


 


Mords-Sachsen: Spuren vogtlandweit

Countdown für 2. Ostdeutsche Krimitage läuft - Veranstaltungen neben Netzschkau auch in Auerbach und Bad Elster

Der Countdown für die 2. Ostdeutschen Krimtage mit Zentrum auf Schloss Netzschkau läuft.

Start des Festivals ist am 26. April mit dem Kriminalbiologen und Spezialisten für forensische Entomologie, Mark Benecke, im historischen Pathologiehörsaal des Heinrich-Braun-Krankenhauses Zwickau. Einen Tag später folgen "Mords-Geschichten" in der Nicolaikirche Auerbach und am 4. Mai wird es "Mörderisch lecker" in der Kulturtenne Landwüst. Die Anthologie "Mords-Sachsen" wird am 11. Mai im Zwickauer Autohaus Lueg präsentiert. Dort erhalten auch die Preisträger der Ausschreibung ihre Prämien, unter ihnen Marion Ulbrich als Sieger. Im König Albert Theater Bad Elster erwartet die Gäste am 18. Mai ein "Mords-Theater", während Romy Fölck bei ihrer am Auerbacher Amtsgericht Lesung einen Richter auf Mörderjagd schickt. Zentrum des kriminellen Geschehens wird das Netzschkauer Schloss, in dem mehrere Veranstaltungen stattfinden. Dabei dürfte die zweite Sächsische Kriminacht mit zehn Autoren am 16. Juni der absolute Höhepunkt sein. Für Nachwuchs-Detektive wird die Kinder-Krimi-Gruselnacht am 1. Juni sicher zum unvergesslichen Erlebnis. Der Förderverein lädt auch zu einer Muttertagsveranstaltung ein, bei der das Blechbläser-Quartett der Vogtland-Philharmonie und die Autorin Katrin Müller das Programm bei Kaffee und Kuchen gestalten.

Es gibt mehrere geschlossene Veranstaltungen, zum Beispiel einen Projekttag für die Netzschkauer Grundschule und eine Lesenacht für Schüler der Mittelschule Netzschkau. Außerdem besuchen Autoren Schulen. Auf dem Fechtboden des Schlosses werden die Arbeiten des Mal- und Zeichenwettbewerbes der Mittelschulen unter dem Motto "Den Tätern auf der Spur" ausgestellt. Die Polizeidirektion Südwestsachsen unterstützt das Projekt mit einer Veranstaltung in der Begegnungsstätte am Nordhorner Platz am 8. Mai und beim Projekttag der Grundschule. Außerdem kommt Hauptkommissar Matthias König am 18. Juni mit dem Polizeimobil nach Netzschkau.

Als Einstimmung auf die Veranstaltungsreihe bietet sich die Sammlung von Kurzkrimis "Mords-Sachsen" an, die es bei der "Freien Presse" zu kaufen gibt.

Kartenvorverkauf
Bei einigen Veranstaltungen ist die Platzkapazität begrenzt. Karten gibt es bereits in der Geschäftsstelle der "Freien Presse".

Freie Presse 10.03.2007 (Text: Petra Steps)


 


Sieg mit der härtesten Politesse

Band "Mords-Sachsen" erscheint morgen
Mario Ulrich gewinnt Krimiwettbewerb

Morgen erscheint der Band "Mords-Sachsen", für den der Gmeiner-Verlag 2006 einen Kurzkrimi-Wettbewerb ausgeschrieben hatte. Regionalkrimis sind längst keine Randsparte mehr. Sie behaupten sich prächtig im Metier und rinden immer mehr Leser.

Chemnitz. "Knöllchenkrieg" in Chemnitz - das ist er, der beste Krimi in der Anthologie "Mords-Sachsen", die morgen erscheint. Geschrieben hat ihn Mario Ulbrich aus Grünhain bei Schwarzenberg, der sich gemeinsam mit 18 weiteren Autoren in einem Kurzkrimi-Wettbewerb des Gmeiner-Verlags in Meßkirch durchgesetzt hat. Vertreten im Buch sind ebenfalls Ralf Alex Fichtner (Schwarzenberg), Claudia Puhlfürst (Zwickau) und Mären Schwarz (Rodewisch).

Mehr als 70 Einsendungen waren in dem auf Krimis spezialisierten Verlag eingegangen. Und die besten haben es nun in ein Buch geschafft, das mit den "dunklen Seiten" Sachsens für spannende und unterhaltsame Lesestunden sorgt.

Eigentlich sind ja Fakten das tägliche Geschäft von Mario Ulbrich, Redakteur der "Freien Presse" im Ressort Regionales. Gern aber lässt er sich in seiner Freizeit auch mal von seiner Phantasie treiben. Beispielsweise ließ er Wachtmeister Drombusch in "Die Männer vom Revier Tief-Ost" (Chemnitzer Verlag) ermitteln, jüngst legte er mit "Der Drachentöter" eine witzige Weltenrettungsgeschichte vor. Bislang bewegte sich Mario Ulbrich, wie er selbst sagt, schreibend am liebsten in "ausgedachten Welten". Und nun also ein Regionalkrimi mit einem realen Tatort in Chemnitz. Auch der Ausgangspunkt für die Geschichte beruht auf eigenem Erleben des Autors. Das Übrige jedoch, so beteuert er, sei frei erfunden. Und das ist nicht von schlechten Eltern, schließlich geht es um die härteste Politesse der Stadt. Dass die kein ganz so ruhiges Leben hat, lässt sich wohl vermuten. Denn bald stellt sich ein hartnäckiger Gegner ein. Dann gibt es eine tote Katze, und am Ende sind drei Tote zu verzeichnen. Starker Tobak für 20 Seiten, möchte man meinen. Aber weil Mario Ulbrich die satirische Erzählweise am meisten liegt, gibt's auch so einiges zu lachen im "Knöllchenkrieg".

Geehrt werden die Sieger des Kurzkrimi-Wettbewerbs "Mordssachsen" - neben Mario Ulbrich Franziska Steinhauer (Cottbus) und Florian Scheibe (Berlin) - am 11. Mai bei den zweiten Ostdeutschen Krimitagen. Vom 26. April bis zum 18. Juni werden in Westsachsen und im Vogtland mehr als 20 Krimiautorinnen und -autoren an verschiedenen "Tatorten" ihre mörderischen Geschichten vorstellen.

Claudia Puhlfürst, Petra Steps (Hrsg.): "Mords-Sachsen". 273 Seiten. 9,90 Euro. ISBN 978-3-89977-718-5.  

Freie Presse 05.02.2007 (Text: Uta Trinks)


 


"Mords-Sachsen" in der Pathologie

Programm für Zweite Ostdeutsche Krimitage steht -
Auch Netzschkauer Schloss ist Grusel-Schauplatz

Mario Ulbrich

Netzschkau/Zwickau. Was im vergangenen Jahr als "Erste Ostdeutsche Krimitage" in Zwickau und als "Erste Sächsische Krimi-Nacht" im Schloss Netzschkau Premiere hatte, kommt 2007 als Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Krimiautoren unter Leitung von Claudia Puhlfürst aus Zwickau und des Fördervereins Schloss Netzschkau daher. Unter dem Motto "Mords-Sachsen" beginnen am 26. April die "Zweiten Ostdeutschen Krimitage" gleich mit einem Höhepunkt. Im Pathologiehörsaal des Heinrich-Braun-Krankenhauses wird der durch zahlreiche Fernsehauftritte und Bücher auch als "Madendoktor" bekannte forensische Biologe Dr. Mark Benecke über seine Tätigkeit berichten.

Insgesamt haben mehr als 20 Krimi-Autoren ihre Teilnahme zugesagt, unter ihnen Jan Flieger, Henner Kotte und Steffen Mohr aus Leipzig, Friederike Schmöe aus Bamberg, Franziska Steinhauer aus Cottbus, Uwe Vöhl aus Bad Salzuflen, Günter Zäuner aus Wien oder Freie-Presse-Redakteur Mario Ulbrich. Die Veranstaltungsorte für die öffentlichen Lesungen, Krimnächte, Ausstellungen, Wettbewerbe, Präventionsangebote und Kinderveranstaltungen liegen im Vogtland, im Erzgebirge und im Zwickauer Raum. Ein Höhepunkt ist die Auszeichnungsveranstaltung für die im Gmeiner Verlag erscheinende Kurzkrimi-Anthologie "Mords-Sachsen", in der auch Beiträge der Rodewischerin Maren Schwarz, des Karikaturisten Ralf Alex Fichtner aus Schwarzenberg, von Mario Ulbrich oder von Claudia Puhlfürst enthalten sind. Sie findet am 11. Mai im Zwickauer Autohaus Lueg statt.

Gastgeber sind außerdem die Chursächsische Veranstaltungs GmbH sowie die Kultur GmbH mit Veranstaltungen in Bad Elster, beziehungsweise in der Nicolaikirche Auerbach und im Freilichtmuseum Landwüst. Die "Täter im Geiste" erobern das Schloss Schwarzenberg und das Daetz-Centrum in Lichtenstein. Im Netzschkauer Schloss wird es eine Kinder-Krimi-Grusel-Nacht, eine Muttertagsveranstaltung mit einer "mysteriösen" Frau und Musikern der Vogtland Philharmonie, Ausstellungen sowie die Kriminacht zum Abschluss am 16. Juni geben. Sozusagen als Nachschlag kommt am 18. Juni das Polizeimobil in die Schlossstadt.

Außer den öffentlichen Veranstaltungen bieten die Organisatoren Lesungen in Schulen an. Die Schüler der Grundschule Netzschkau verbringen am 1. Juni einen Projekttag im Schloss, bei dem auch die Polizeidirektion Südwestsachsen mitwirkt.

Freie Presse 02.02.2007 (Text: Petra Steps)


 


2. Ostdeutsche Krimitage

Sachsen morden besser

Mordssachsen

Im Frühjahr 2007 finden die 2. Ostdeutschen Krimitage statt. Waren es 2006 noch zwei einzelne "Events", der "Mordsfrühling" in Zwickau und die "Sächsische Kriminacht" im Schloss Netzschkau, so werden die Projekte 2007 gemeinsam durchgeführt. Weitere Veranstaltungsorte im Vogtland und in Westsachsen sind dabei.
Zu den "mörderischen Sachsen" gehören Claudia Puhlfürst und Maren Schwarz, aber auch Krimiautoren anderer Bundesländer, z.B. Franziska Steinhauer aus Brandenburg, werden eingeladen. Die Autorinnen und Autoren lesen u.a. in Schlössern, Museen, Besucherbergwerken oder an Schulen; Schreibwettbewerbe, ein Mal-und Zeichenwettbewerb an Grund-und Mittelschulen Ausstellungen finden statt.
Die Preisträger der Anthologie "Mords-Sachsen", die im März 2007 erscheint, weren am 11.05.207 zum "Mords-Freitag" im Autohaus LUEG Zwickau ausgezeichnet.

Krimi-Journal (1/2007)

 
     
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